Welcher Lern-Typ bin ich?

Dec 11, 2021

 „Welcher Lern-Typ bin ich?“

Lern-Typen – was bedeutet das?

In der Psychologie unterscheidet man vier verschiedene Lerntypen.

  • Den visuellen,
  • den auditiven,
  • den kinästhetischen
  • und den kommunikativen Lerntyp.

 

Wann entwickeln sich die Lerntypen?

Am frühesten wird die auditive Wahrnehmung entwickelt. Schon im Mutterlaib (ab der 16. SW) ist das Ungeborene in der Lage, Stimmen und Geräusche zu erkennen. Ab dem 5. Monat reagiert das Baby auf bekannte Stimmen und Geräusche.

 

 Der Kinästhetische / haptische Lern-Typ

Doch die kinästhetische Entwicklung nimmt nun Fahrt auf. Babys und Kleinkinder wollen alles „begreifen“ und „erfühlen“, sowie „erspüren“ und „ausprobieren“. Alles, was so erlernt wird, bleibt auch im Langzeitgedächtnis.

Deshalb erinnern sich selbst demente Menschen noch sehr genau an ihre Kindheit, vergessen aber die Namen ihrer Partner oder Kinder. Bis ca. zum Alter von 10 Jahren sind die Kinder noch sehr kinästhetisch unterwegs.

 

Der auditive Lern-Typ

Nun beginnt sich die auditive Wahrnehmungs-Entwicklung zu schärfen. Erkennbar ist dieser Beginn oft daran, dass die Kinder nun lieber ihre eigene Musik hören, anstatt der Kinderlieder, die die Eltern immer vorgespielt haben. Die Kinder fangen an über alles zu diskutieren und nerven damit schon mal gehörig die Eltern und Lehrpersonen. Ein weiteres Zeichen ist, dass sie sehr gerne das letzte Wort haben wollen und sei es auch einfach noch ein „hmmm“ wenn eine andere Person dazu mahnt jetzt endlich still zu sein.

 

Der kommunikative Lern-Typ

In der auditiven Wahrnehmungs-Entwicklung, wird der Mensch auch zu einem kommunikativen Lerntyp. Dies geschieht in der Zeit der Pubertät. Menschen sind soziales Wesen, leben und agieren in verschiedenen sozialen Gruppen, wie der Familie, dem Freundeskreis, den Mitschülern oder Vereinen. Sie prägen nicht nur ihre soziale Umgebung, sondern werden von dieser ebenfalls geprägt.

Durch die Auseinandersetzung mit anderen Menschen und der Umwelt entstehen Einstellungen, Werte und Emotionen.

Das eigene Denken und die eigenen Sichtweisen werden mit anderen Menschen verglichen und dabei einem „Realitätscheck“ unterzogen. Diverse Studien zeigen, dass soziale Situationen für das menschliche Lernen eine unabdingbare Voraussetzung darstellen.

 

In der Interaktion mit anderen Menschen

  • können wir uns Dinge von anderen abschauen, d.h. am Modell lernen
  • müssen wir unseren Standpunkt erklären und vertreten
  • bekommen wir Rückmeldung zu unserem eigenen Verhalten und unseren Einstellungen
  • werden wir mit alternativen Sichtweisen konfrontiert
  • vergleichen wir unsere eigenen Leistungen und werden zu besseren Leistungen animiert
  • erhalten wir Bestätigung, die uns bei der Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins unterstützt

 

Der visuelle Lern-Typ

Um das 13. Lebensjahr entwickelt sich der visuelle Wahrnehmungskanal sehr stark. Wir merken das, wenn die Schüler*innen damit beginnen, dass ihnen Äußerlichkeiten nicht mehr egal sind. Sie achten auf alles, wollen gefallen und mustern die anderen. Sie fangen an sich zu stylen, finden ihren eigenen Look, Mädchen beginnen sich zu schminken, usw.

Jungs und Mädchen wollen nicht nur gefallen, sondern auch gut riechen. Die ersten Parfüms und Deos werden ausprobiert.

 

Was bedeutet das nun für Dich und Dein Lernen?

So lernen sie am besten:

Kinästhetischer Lern-Typ:

  • Lernen in Bewegung
  • Lernen im Stehen
  • Lernen während einer leichten sportlichen Aktivität (z. B. jonglieren, Ballprellen, Ball an die Wand schießen, Überkreuzübungen, …)
  • Durchführung von Experimenten 
  • in Rollen schlüpfen (Schauspielern)
  • Lerninhalte durch Gesten unterstützen (gestikulieren)
  • Kritzeleien anfertigen

 

Auditiver Lern-Typ:

  • Aktives Zuhören und Mitarbeit im Unterricht
  • Aufzeichnungen von Lerninhalten (nachsprechen, aufnehmen und anhören)
  • Lernstoff laut vorlesen
  • Audiodateien oder Hörbücher
  • Lernen mit einem Partner oder in einer Gruppe

 

Kommunikativer Lern-Typ

  • Gruppengespräche
  • Präsentationen
  • Austausch in Lerngruppen
  • Einnahme von verschiedenen Standpunkten
  • Rollenspiele

Der kommunikative- und der auditive Lerntyp überschneiden sich oft. Dem kommunikativen Lerntyp fällt es leicht, sich auf seine Gesprächspartner einzulassen und ihnen aktiv zu zuhören. Daher kann er sich auch die Lernmethoden des auditiven Lerntyps zu Nutze machen und umgekehrt.

 

Visueller Lern-Typ:

  • Verschafft sich zuerst einen Überblick über den Lernstoff
  • verwendet Textmarker, um wichtige Textpassagen zu markeiern und somit eine Zusammenfassung des Inhaltes zu erhalten
  • Zusammenfassung des Lernstoffs selbst schreiben und visuell aufbereiten
  • stellet Informationen strukturiert und geordnet dar
  • arbeitet mit Notizen auf Mind-Maps®, PowerPoint-Präsentationen, Lernplakaten, Spickzetteln usw.
  • verwendet Lernkarteien

 

Wenn alle Du alle Lern-Typen auf einmal verwendest,

merkst Du Dir die Sachen leichter.


Versuche also beim Lernen immer aus allen Lern-Typen, sprich ihren Lern-Kanälen etwas zu verwenden und wechsle auch immer wieder ab. Das Gehirn liebt die Abwechslung und bleibt aktiv und neugierig auf die neuen Informationen. Wenn Du immer auf die gleiche Art und Weise lernst, dann wird Lernen langweilig und kostet unnötig viel Zeit, da das Gehirn nicht ganz bei der Sache ist und deshalb nur auf „Sparflamme“ arbeitet.

Gewöhne Dir also an, dass du bei jedem Lernen, einen Mix aus allen Lern-Kanälen wählst. Am besten versuchst Du Dir den Lernstoff bildlich vorzustellen oder nutzt Bilder als Gedächtnishilfe, liest dir das zu lernende laut vor und machst dabei eine Bewegung oder praktische Übung. So lernt Du 3-5-mal schneller und kannst Dir das Gelernte auch schneller Merken. Das beste dabei ist: Du sparst Dir damit unendlich viel Zeit und gewinnst wieder viel mehr Freizeit für Dich.

Lernen ist nicht gleich Merken!


Lernen mit allen Sinnen hilft dir den Lernstoff 3-5-mal schneller zu merken!

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